EMIR – Refit Transaktionsmeldung

Überarbeitung der European Market Infrastructure Regulation technischen Standards für das Reporting

Mit Inkrafttreten von EMIR in 2012 begann die Pflicht zum zentralen Clearing für OTC Derivate, Besicherungspflicht von ungeclearten OTC Derivaten sowie deren Meldung an ein Transaktionsregister. In den darauffolgenden Jahren führte die EU Kommission selbst sowie andere EU Institute Konsultationen zur Anwendung dieser Anforderungen durch, mit dem Ergebnis, dass bestimmte Maßnahmen notwendig sind, um das Systemrisiko für das Finanzsystem weiterhin zu reduzieren. Des Weiteren soll eine Harmonisierung der Meldepflicht zwischen bestehenden Transaktionsmeldungen vorangetrieben werden. In diesem Zusammenhang wurde die Verordnung (EU) 2019/834 am 20. Mai 2019 veröffentlicht.

Am 17. Dezember 2020 veröffentlichte die ESMA die finalen Draft RTS zur EMIR Refit Transaktionsmeldung. Diese wurden der EU Kommission zur Ratifizierung vorgelegt. Sobald die RTS im EU Amtsblatt veröffentlicht werden, haben die betroffenen Institute 18 Monate Zeit für die Umsetzung.

Des Weiteren wird die ESMA zeitnah an Level 3 Leitlinien sowie technischen Vorgaben wie XML Schema und Validation Rules arbeiten, um einen möglichst reibungslosen Übergang der Transaktionsmeldung zu unterstützen.

»Neben Änderungen von Anforderungen im Bereich Clearing und Risk Mitigation, erwartet der Markt auch deutliche Änderungen bei den zu meldenden Informationen.«
— Thuy-Trinh Kersting

Experten

Thuy-Trinh
Kersting

Sascha
Schönsiegel

André
Rentschler

Auswirkungen durch die
EMIR-Refit Meldeanforderungen

Meldepflicht der FCs für NFC-
  • FCs müssen im Namen von NFC- die OTC-Derivatekontrakten melden FCs sind verantwortlich und rechtlich haftbar für die Berichterstattung im Namen beider Kontrahenten
  • Die NFC wird dafür verantwortlich sein, dem FC korrekte Daten zur Verfügung zu stellen, um ihm die Meldung zu ermöglichen
Meldefelder/-inhalte
  • Zukünftig sind 203 (statt ehemals 129) zu melden
  • 77 neue ergänzt, 67 angepasst, 59 unverändert, 3 gelöscht
  • Neue Tabelle 3 für Margin Meldung
  • Harmonisierung von kritischen Datenelementen basierend auf den CDE Guidelines
  • Format der Meldung muss im ISO 20022 XML Standard erfolgen
Meldelogik
  • Neuer „Event Type“ muss in Kombination mit Action Type gemeldet werden
  • Veränderte Action Types (Revive & Collateral ergänzt, Compression entfernt)
  • Anpassung der UTI Logik sowie neue Regeln zur Anwendung der UPI
  • Verlinkung zusammenhängender Trades erforderlich (neue Felder für Packages & Links)
  • Meldung der Prior UTI oder PTRR verplichtend um jene Kontrakte in der Meldung zu kennzeichnen, die geschlossen und anschließend wieder geöffnet wurden (z. B. Clearing oder Compression)
Reconciliation
  • Verpflichtender Reconciliationprozess analog der SFTR
  • 174 Felder werden einer Reconciliation unterliegen, wobei nur 26 Felder eine Toleranz erlauben
  • 82 Felder werden mit dem Beginn der neuen Meldung bereits abstimmungspflichtig (63 weitere Felder folgen 2 Jahre später)
  • Ein Set an Minimum End-of-Day Reports wird von den TRs analog der SFTR bereitgestellt, auf Basis derer der operative Abstimmungsprozess unterstützt werden soll

Umsetzungszeitraum der Transaktionsmeldung

2020
2021
2022
28. Mai 2019 im Amtsblatt der Europäischen Union
März 2020 Consultation RTS / ITS
17.12.2020 Finalisierung der RTS / ITS
12.03.2021 Ratifizierung der RTS / ITS
Ende Q1 2021 Veröffentlichung der RTS / ITS im Amtsblatt der Europäischen Union
Ende Q3 2022 Go Live der Refit Transaktionsmeldung

Wesentliche Herausforderungen

UTI
  • Der neue UTI Wasserfall sieht die bilateral Vereinbarung als Fallback Lösung an. Daher müssen bereits abgeschlossene Vereinbarung überarbeitet bzw. ggf. erneuert werden.
  • Der zeitnahe Austausch der UTI muss von beiden Parteien sichergestellt werden. Hier wird die ESMA entweder einen festgelegten Zeitpunkt oder eine Zeitspanne vorgeben, in der dies zu erfüllen ist.
  • Eine frühzeitige Kommunikation mit den Brokern im Hinblick auf die Verantwortung und Kommunikationsweg der UTI ist zu empfehlen, da erfahrungsgemäß die Abstimmung sehr zeitintensiv ist.
Reconciliation
  • Die neuen Anforderungen aus EMIR Refit verlangen von den meldenden Instituten schriftliche Vereinbarungen und abgestimmte Prozesse, um Reconciliation Breaks zeitnah zu bearbeiten.
  • Ebenfalls wird zukünftig ein Reconciliation Log verlangt, in dem nicht nur die Fehler erkennbar sind, sondern ebenfalls die Aufzeichnung aller unternommenen Aktivitäten, um die Fehler zu beheben.
  • Hierbei ist nicht nur ein neuer bzw. erweiterter interner Reconciliation Prozess nowendig, sondern auch eine prozessuale Abstimmung mit den externen Kontrahenten. Daher sollte auch hier so frühzeitig wie möglich mit der Kommunikation begonnen werden.
Meldung für NFC-
  • Neue Vereinbarungen im Hinblick auf die verpflichtende Meldung und des notwendigen Datenaustauschs müssen mit den NFCs abgeschlossen werden
  • Erschwerend kommt hinzu, dass eine NFC- sich dazu entschließen kann, selbst bzw. teilweise selbst zu melden und diese Eigenmeldung auch wieder einstellen kann. Die Anzeigefrist der FC gegenüber beträgt lediglich 10 Geschäftstage.
  • Wird ein NFC+ zu einem NFC- oder vice versa, so sollten sowohl die vertraglichen Vereinbarungen als auch die prozessualen Schritte bereits klar definiert und implementiert worden sein, sodass die FC ihrer Verpflichtung nachkommen kann.
Meldelogik und -inhalte
  • Die Kombination der Meldung eines Action Types und eines dazugehörigen „Event Types“ erfordert eine komplexe Umsetzung der Logik sowie die Identifikation der korrekten Trigger Events.
  • Die Meldung einer Prior UTI und einer Position UTI im Falle von post-trade Events kann, abhängig von den Systemen komplexe Logiken erfordern, um die entsprechenden Verknüpfungen dieser Geschäfte dazustellen.
  • Die Änderungen bestehender Felder im Einklang mit den CDE Guidelines, Mapping neuer Felder sowie die Erweiterung einer Margintabelle mit 29 neuen Feldern sollte nicht unterschätzt werden, da die Anpassungen teilweise eine hohe Komplexität aufweisen und nur in den seltensten Fällen ein 1-1-Mapping aus

Warum NEXGEN?

Die betroffenen Institute und auch die Transaktionsregister haben aus Umsetzungsprojekten der Vergangenheit zum transaktionsbasierten Reporting gelernt (EMIR, MMSR, MiFIR, SFTR). Um insbesondere zur Einschätzung des Anpassungsaufwandes, die erforderlichen Datenströme aus den Vorsystemen und Datenhaushalte mit erforderlicher Qualität zu spezifizieren, ist eine frühzeitige Analyse zu empfehlen.

 

  • Durch unsere fundierte Expertise und Projekterfahrungen im Bereich regulatorisches Reporting können wir Sie effizient in der Umsetzung dieser Anforderungen unterstützen.
  • Durch regelmäßigen Austausch und aktive Mitgestaltung in den Industrieverbänden (ISLA, ICMA, BVI) im Rahmen verschiedener Kapitalmarktregulierungen wie MiFID/MiFIR, SFTR, CSDR, sind wir nicht nur immer auf dem neusten Stand der Diskussionen, sondern können aktiv im Interesse unsere Kunden Themen vorantreiben.
  • Wir bieten eine ganzheitliche Projektunterstützung von der Vorstudie/Analyse über die Fachkonzeption bis hin zur Implementierung.
  • Wir koordinieren und unterstützen Sie bei der Umsetzungsplanung zwischen IT- und Fachabteilung bis hin zum Testmanagement und der Go-Live Planung.

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