Blockchain Use-Case

Was ist die Blockchain-Technologie?

Die Blockchain-Technologie ist eine verteilte Infrastruktur, welche anhand von einem Konsensprotokoll die Abwicklung von Daten in einer korrekten Art und Weise ermöglicht, ohne eine zentrale Kontrollinstanz zu benötigen.

 

Verteilte Infrastrukturen

Eine verteilte Infrastruktur ist eine Infrastruktur, in der alle Instanzen (Computer, Server, Rechner, Speicherplätze etc.) gleichgestellt sind. In einer verteilten Infrastruktur ist für das richtige Handeln des Systems keine zentrale Instanz nötig. Fällt eine Instanz aus, funktioniert das System nach wie vor. Abbildung 1 illustriert unterschiedliche Infrastrukturen je nach Zentralisierungsart.

 

 

Public Chain, Private Chain, Sidechain? Welche Blockchain ist für mich? 

Während die zugrunde liegenden Konzepte über verschiedene Blockchains nahezu identisch sind, lässt sich eine deutliche Einteilung anhand der Zugänglichkeit der Blockchains vornehmen. Wie bei der Unterscheidung zwischen Internet und Intranet können auch Blockchains grundsätzlich in öffentlich zugängliche (public blockchains bzw. permissionless blockchains) und geschlossene Blockchains (private bzw. permissioned blockchains) unterteilt werden. Eine Mischform hieraus stellen konsortiale Blockchains dar. Mit dem Launch von Polkadot (eine Übersetzungsarchitektur), ist die Verbindung von individuell angepassten privaten Blockchains (Sidechains) mit public Blockchains möglich.

 

Wie man Blockchain in die Geschäftswelt bringen kann:

Smart Contracts

Einige existierende Blockchains bieten die Möglichkeit, neben reinen Transaktionen auch sogenannte Smart Contracts zu speichern. Bei diesen Smart Contracts handelt es sich um Programme, die Transaktionen nach immer wiederkehrendem Muster automatisiert abwickeln. Sie sind als Node im Blockchain-Netzwerk ansprechbar und von Firmen frei zu definieren und zu programmieren. Smart Contracts ermöglichen also, dass eine Firma einen Prozess definiert und dass die Regeln für die korrekte Abwicklung des Prozesses in einer Blockchain gespeichert werden.

Reconciliation-Prozesse auf Blockchain Basis

Durch den Einsatz von Blockchain Technologie haben wir einen Use Case zur Abwicklung von Anlageentscheidungen von Asset Managern über die Nutzung einer Master Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) im Bereich des Reconciliation-Prozesses automatisiert. Dadurch können manuelle, kosten- und zeitaufwendige sowie fehleranfällige Prozessschritte automatisiert werden.

Ausgangslage und Pain Points

Reconciliation-Prozesse sind in einer Reihe von Anwendungsfällen nötig, insbesondere in der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen. Die Grundlage dieses Blockchain Use Cases ist die Abwicklung von Anlageentscheidungen von Asset Manager, die für die Abwicklung auf Master KVGs angewiesen sind.

Im sogenannten Advisory-Modell erteilt der Asset Manager eine Empfehlung zur Anlage, die dann durch die Master KVG geprüft und abgewickelt wird. Im Anschluss an die Abwicklung der Anlageentscheidung folgt ein nach wie vor häufig manueller, zeitaufwendiger und fehleranfälliger Reconciliation Prozess.

Die Master KVG erstellt ein Reporting über die beauftragten Transaktionen, das insbesondere Aufschluss über deren Erfolg beinhaltet. Die Inhalte dieses Reportings müssen dann vom Asset Manager mit den im internen System vorhandenen Transaktionsdaten abgeglichen werden.

Kontakt
Experten

Daniel
Hilfer

André
Rentschler

Adam
Zgraja

Der in diesem Fallbeispiel notwendige Reconciliation Prozess...

ist zeitaufwendig

erzeugt vermeidbaren Overhead und treibt die Kosten in die Höhe

ist als manueller Arbeitsschritt immer anfällig für menschliche Fehler

Lösung

Als technische Basis für die Automatisierung des notwendigen Reconciliation-Prozesses wird die Ethereum-Blockchain verwendet.
In Kombination mit einem Web-Interface und verbunden durch die Web3.js API wird die gesamte für den Prozess notwendige Business Logik in Form von Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain abgebildet.
Ein Smart Contract bietet die Möglichkeit, in der Programmiersprache Solidity formulierte Anwendungen auf der Blockchain zu speichern. Auf diesem Weg können neben dem ursprünglich mit Blockchain Lösungen assoziierten Austausch von Kryptowährungen auch komplexere Anwendungen realisiert werden.
Über die Web3.js API kann nun der Input/Output zwischen Web Interface und Smart Contract auf der Blockchain ausgetauscht werden.

Für Asset Manager ist die Abwicklung von Reconciliation-Prozessen über Smart Contracts auf der Ethereum Blockchain besonders interessant. Über die Programmierung der Smart Contracts via Solidity können menschliche Fehler vermieden, sowie die Zeitintensität und Kosten im Abstimmungsprozess reduziert werden. In der Praxis lässt sich das Frontend über eine Web3.js API ansprechen. Der Asset Manager kann die Transaktionen anhand einer Wallet (z. B. Metamask) validieren und nachverfolgen.
1
  • Die Applikation des Asset Managers liefert über die Web3.js API die Transaktionsaufträge.
    Diese werden in der Blockchain gespeichert.
2
  • Die Master KVG kann die in der Chain gespeicherten Transaktionen abrufen.
3
  • Die gespeicherten Transaktionen werden durch den Smart Contract über die API an die Applikation der Master KVG gegeben.
4
  • Nachdem die Transaktionen Off-Chain, beispielsweise durch einen eigenen Order Desk oder einen Broker abgewickelt wurden, wird das ansonsten als PDF-Datei übermittelte Reporting an den Smart Contract übermittelt.
5
  • Im Smart Contract befindet sich die Business Logik für den Reconciliation-Prozess, der im Falle dieses Use Cases als Abgleich von Parametern wie ISIN, Stückzahl und Preis erfolgt. Nach dem Request der Reconciliation wird das Ergebnis als Output an die Applikation des Asset Managers übermittelt.

So wird die Blockchain als dezentrale Datenbank im Backend der Website genutzt. Durch die mit dem Smart Contract implementierte Business Logik kann im nächsten Schritt der eigentliche Reconciliation-Prozess stattfinden. Die vom Asset Manager angegebenen Transaktionsaufträge werden beispielsweise anhand von ISIN, Stückzahl und Preis durch den Smart Contract miteinander abgeglichen. Das Ergebnis der Reconciliation kann nun durch den Asset Manager abgerufen und weiterverwendet werden – ohne manuellen Abgleich von PDF-Dokumenten.

Vorteile

Beispielsweise können durch den Einsatz von Smart Contracts als Ergebnis des Reconciliation-Prozesses automatisiert Entscheidungen getroffen werden. Konkret könnten so nicht erhaltene Stücke automatisiert nachgeordert werden.

Zudem bieten auch die vorgelagerten Prozessschritte in der Abwicklung von Anlageentscheidungen vor allem in Form der automatisierten Überprüfung von regulatorischen Anforderungen oder internen Anlagerichtlinien erhebliches Potential für eine Blockchain basierte Automatisierung.

Während es für die Abbildung des reinen Reconciliation-Prozesses noch technologische Alternativen gibt, ist der Einsatz der Blockchain für diese weitere Automatisierung vor allem in Hinblick auf die fälschungssichere Abwicklung nicht substituierbar.

Ist eine Blockchain überhaupt nötig?

Entscheidungsträger stehen vor der Frage, ob die Blockchain-Technologie hilfreich ist, um Prozesse zu optimieren. Entscheidungsbäume unterstützen diesen Entscheidungsfindungsprozess. Im Jahre 2018 hat das World Economic Forum ein Whitepaper veröffentlicht, welches einen kompletten Entscheidungsbaum beinhaltete, um genau zu identifizieren, wann eine Blockchain vorteilhaft sein könnte.

 

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